ESC-Sängerin Kaleen & Vitiligo Hilfe

Sängerin Kaleen, die Österreich beim Eurovision Song Contest 2024 in Malmö mit dem Techno-Pop-Song „We Will Rave“ vertrat, wurde heute offiziell Mitglied der Vitiligo Hilfe Österreich. Ihren Mitgliedsantrag übergab sie Annette-Marie Hofians, der Gründerin der Selbsthilfegruppe für Betroffene der Weißfleckenkrankheit und deren Angehörige. Durch die Mitgliedschaft möchte Kaleen ein Zeichen setzen: „Niemand mit Vitiligo soll sich schämen müssen.“

Bei Kaleens Auftritten rund um den ESC 2024 waren ihre Vitiligo-Flecken im Hüftbereich zu sehen und wurden prompt Gesprächsthema in den klassischen als auch sozialen Medien. Manche dachten, Kaleen hätte ihre Haut unregelmäßig gebräunt.

„Anstatt zu spekulieren, was ein weißer Fleck auf der Haut einer anderen Person bedeuten könnte, sollten sie direkt an Vitiligo denken. Aber viele kennen Vitiligo gar nicht“, so Kaleen. „Und jene, die die Krankheit kennen, denken oft, sie sei ansteckend oder verbinden sie mit Unreinheit.“

Daher möchte die Sängerin mit ihrem Beitritt zur Vitiligo Hilfe Österreich auf die Weißfleckenkrankheit aufmerksam machen, Irrtümer aufklären – und Mut geben: „Niemand mit Vitiligo soll sich schämen müssen. Und niemand soll Angst haben, um Hilfe zu bitten: Die Vitiligo Hilfe Österreich ist genau dazu da, Betroffene zusammenzubringen und sich auszutauschen. 

Vereinsgründung im Herbst 2025

Ausschlaggebend für die Gründung der Vitiligo Hilfe Österreich im letzten Herbst waren für Annette-Marie Hofians ihre eigene Krankheitsgeschichte sowie die negativen Erfahrungen, die sie im Kontakt mit anderen gemacht hat: „Ein Kollege hat mich gefragt, ob die Flecken auf meiner Haut ansteckend sind, ein anderer wollte mir nicht die Hand geben. Außerdem gab es immer wieder blöde Blicke und Getuschel, besonders im Sommer, als ich mit T-Shirt unterwegs war.“ 

Durch einen TV-Bericht erfuhr sie von Vitiligo und erkannte damals, als vor rund 20 Jahren die ersten Flecken auf ihrer Haut auftauchten, die Erkrankung. „Daher ist öffentliche Aufmerksamkeit so wichtig“, ist Hofians überzeugt. „Und daher freuen wir uns auch riesig, dass Kaleen als heimischer Star Teil unserer Community wird. Sie steht zu ihrer Vitiligo und ist damit ein wichtiges Vorbild.“

Psychische Belastung oft am größten

Solche negativen Reaktionen, wie sie Annette-Marie Hofians erhielt, sind keine Seltenheit. Daher ist die psychische Belastung durch die Krankheit meist größer als die physische. Prim. Univ.-Prof. PD Dr. Christian Posch war ebenfalls bei der Unterzeichnung des Mitgliedsantrags dabei.

Er ist Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten sowie Vorstand der Dermatologischen Abteilung der Kliniken Hietzing und Landstraße des Wiener Gesundheitsverbundes und kennt die Bedeutung von Selbsthilfegruppen: „Patient:innen-Organisationen fördern Austausch, Akzeptanz und gegenseitige Unterstützung, was neben der Behandlung wichtige Faktoren für die Betroffenen sind.“

Wichtig ist ihm die Aufklärung über die Erkrankung sowie eben die Behandlung. „Selbst viele Betroffene wissen nicht, dass die Forschung in den letzten Jahren große Schritte gemacht hat und auch noch lange nicht am Ende ist.

Lange Zeit gab es tatsächlich keine spezifischen Therapien für Vitiligo, aber das hat sich geändert“, erklärt Dr. Posch. „Wir hoffen, dass durch Kaleens Beitritt zur Vitiligo Hilfe Österreich viele Betroffene aufmerksam werden und sich an ihren Hautarzt oder ihre Hautärztin für eine ärztliche Beratung wenden.“

Das ist Vitiligo

Bei der Weißfleckenkrankheit werden die Melanozyten, die pigmentbildenden Zellen der Haut, von Immunzellen zerstört. Die Depigmentierung in Form von zartrosa und weißen Flecken zeigt sich häufig um die Augen, den Mund und die Nase, aber auch an Ellenbögen und Knien, und sind meist symmetrisch an beiden Körperhälften zu finden. Rund 100.000 Menschen in Österreich sind von der Erkrankung, die zu den häufigsten Pigmentstörungen zählt, betroffen. Die ersten Läsionen treten meist zwischen dem zehnten und 30. Lebensjahr auf.

Foto: Maximilano Jimenez

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