6 von 10 Europäern leiden unter „digitalem Sehstress“

Weltweit leiden rund 70 Prozent aller Menschen unter dem Computer Vision Syndrome (CVS), auch bekannt als digitales Augenstress-Syndrom. In Europa sind es 61,4 %.1 Viele Stunden vor dem Monitor, Tablet oder Smartphone führen – insbesondere bei Personen mit unerkannter oder nicht korrigierter Fehlsichtigkeit – zu Beschwerden wie trockenen, gereizten Augen, Kopfschmerzen oder verschwommenem Sehen.

In der kalten Jahreszeit kommt mit der trockenen Heizungsluft drinnen und kaltem Wind draußen eine zusätzliche Belastung hinzu. Wie man die Augen vor diesen Herausforderungen schützt sowie weitere wertvolle Tipps rund ums gute Sehen und Hören plus eine österreichweiter Expertensuche gibt‘s auf: www.scharfsinn2.at

Ob im Büro, der Schule oder auf der Universität – unsere Augen werden regelmäßig stark beansprucht. „Das digitale Augenstress-Syndrom, auch bekannt als Computer Vision Syndrome (CVS), Office-Eye-Syndrom oder Gamer Eye, ist dabei ein unterschätztes Massenphänomen und zugleich ein wachsendes Gesundheitsproblem“, informiert Jürgen Weinzinger, Augenoptikermeister aus Gallneukirchen.

Eine aktuelle Studie, bei der wissenschaftliche Literatur von 2014 bis 2024 analysiert wurde, zeigt die Dimension deutlich: In Europa klagen etwa 6 von 10 Menschen über Symptome wie trockene, gereizte oder müde Augen, Fremdkörpergefühl, Kopfschmerzen und verschwommenes oder unscharfes Sehen. Weltweit liegt die Häufigkeit sogar bei knapp 70 Prozent (69 %). Besonders betroffen sind Studierende und Berufstätige, deren Bildschirmzeit durch Remote-Arbeit, Online-Lernen und die Nutzung sozialer Medien (nicht zuletzt verstärkt durch die COVID-19-Pandemie) erheblich zugenommen hat. Besonders ausgeprägt sind die Beschwerden bei Personen mit unkorrigierter Sehschwäche.

In der kalten Jahreszeit kommt eine weitere Belastung dazu, weiß Weinzinger: „Trockene Heizungsluft entzieht der Tränenflüssigkeit Feuchtigkeit, während Kälte und Wind draußen die Verdunstung weiter fördern. Die Folge: Die Augenoberfläche trocknet schneller aus, was zu Brennen, Rötung und verschwommenem Sehen führen kann.“ 

Zu den visuellen Herausforderungen gesellen sich Nackenverspannungen, allgemeine Müdigkeit, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen.

Warum eine Bildschirmbrille sinnvoll sein kann

Wer viel Zeit vor digitalen Geräten verbringt, kann von einer speziellen Computer- oder Bildschirmbrille profitieren. Diese Gläser sind für die mittlere Sehentfernung optimiert und entlasten die Augen. Eine Bildschirmbrille schont auch den Rücken, da sie eine entspannte Kopf- und Körperhaltung ermöglicht, was Verspannungen im Nacken-Schulterbereich vorbeugt.

Ergänzend kann ein integrierter Blaulichtfilter das hochenergetische sichtbare Licht digitaler Displays abmildern. Weinzinger erklärt: „Blaues Licht ist nicht per se schädlich. Es unterstützt tagsüber unsere Wachheit und Konzentrationsfähigkeit, da es die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin hemmt. Abends oder bei übermäßig langer Bildschirmnutzung kann dieser Effekt jedoch den natürlichen Schlafrhythmus stören und zu Einschlafproblemen führen.“

10 Tipps vom Fachoptiker für gesunde Augen am Bildschirm

  1. 20-20-20-Regel anwenden: Alle 20 Minuten 20 Sekunden auf ein Objekt in etwa 20 Metern Entfernung schauen. Das entspannt die Augen und beugt Ermüdung vor.
  2. Regelmäßig blinzeln: Die Frequenz des Lidschlags nimmt bei Bildschirmarbeit ab, was zu trockenen Augen führt. Blinzeln hält die Augenoberfläche feucht. Auch befeuchtende Augentropfen helfen.
  3. Ausreichend trinken, fördert die Produktion von Tränenflüssigkeit. 
  4. Augenübungen einbauen, z. B. Blickwechsel zwischen Nah und Fern oder die Augen mit den Zeigefingerkuppen nach außen zu Schlitzen ziehen und dann mit den Augäpfeln rollen.
  5. Augenmassage entlastet: Die Nasenwurzel mit 2 Fingern einer Hand festhalten und mit dem Mittelfinger der anderen Hand die Stirn oberhalb massieren. 
  6. Digitale Pausen einplanen: zwischendurch bewusst einbauen.
  7. Blendungen vermeiden: Monitor so platzieren, dass keine Lichtquellen spiegeln.
  8. Optimale Beleuchtung: nicht zu hell, nicht zu dunkel.
  9. Hochauflösender Bildschirm: Viele Geräte bieten inzwischen auch integrierte Funktionen wie eine antireflektierende Oberfläche, eine automatische Anpassung der Farbtemperatur oder einen Nachtmodus.
  10. Regelmäßiger Sehtest beim Augenoptiker oder Augenarzt, um Fehlsichtigkeiten zu korrigieren oder frühzeitig festzustellen, ob eine grundsätzliche Neigung zu trockenen Augen vorliegt. Dadurch lassen sich die Augen rechtzeitig entlasten und dauerhaft besser schützen.
Foto: Shutterstock/fizkes

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